noed.net

 

 

Nachdem ich wohl im Jahr 2003 meine letzte eigene Website (www.noed.net) aufgelöst hatte und mich seither vor allem auf Forums-Plattformen, Wordpress-Blogseiten und weiteren SocialMedia-Anwendung rumtrieb, meine ich, die Zeit für eine nächste “eigene” Plattform sei gekommen.

Die Lektüre des Papiers der EMEK (Eidgenössische Medienkommission) “Zukunft der Medien- und Kommunikationsordnung” und die gleichzeitige kurze Teilnahme/-gabe am #TweetUpZRH zeigen mir, dass sich zurzeit die “Welten der Beobachtung von Kommunikation” wohl definitiv trennen.

Während auf der einen Seite unreflektiert über Infrastruktur und Deutungshoheit “nachgedacht” wird, gibt es offensichtlich auf der anderen Seite viele Menschen jeden Alters oder Geschlechts, die sehr wohl moderne Kommunikationsmedien adäquat nutzen können, um individuelle Inhalte der (Selbst-) Beobachtung und der (Selbst-) Erfahrung zur Verfügung zu stellen.

Diese Menschen sollen, können und werden sich jetzt vernetzen.

Dass sie dafür nun nicht mehr den Umweg über “Journalist*innen” wählen müssen, sondern ihr eigenes Expertentum ungefiltert mit-teilen können (ob sie nun in Atomkraftwerken, Rückversicherungen oder im Detailhandel oder der Kunstszene arbeiten) und konstellatorisch Anschlüsse für ihre Themen bereit stellen können, stellt die Rolle der klassischen Massenmedien in Frage.

Die Beobachtung, wie diese selber mit dieser Herausforderung umgehen — geschenkt!

Da nicht zu erwarten ist, dass offizielle staatliche oder kommerzielle Stellen innert nützlicher Frist den Sprung in die mediale Zukunft ernsthaft wagen werden, ist es wohl an uns, dies einfach zu tun.

Es scheint schlicht immer noch nicht verstanden, dass Kommunikation stattfindet, immer und überall, dass sich diese Kommunikation dank modernen technischen Mitteln auch weiträumig abbildet und so Anschlüsse bereitstellt für weitere Kommunikation und dass dies genau das Feld ist, in welchem sich Gesellschaft konstituiert, jede Sekunde.

Es läuft also “automatisch”, es läuft “gratis” und es ist dennoch das einzig reale Fundament eines Konstruktes, welches wir “Welt” nennen könnten.

Es läuft in organischen Prozessen des gegenseitigen “Lernens”, des Abgleichs, der Mutationen und Weiterentwicklungen.

Und es läuft auf der Ebene eines komplexen sprachlichen Bewusstseins, welches sich immer nur auf sich selber beziehen kann und so ungeahnte geistige Höhen erklimmt, unzählige Querverbindungen offenlegt und dies alles sowohl schriftlich als auch filmisch, bildlich und in weiteren medialen Formen nachvollziehbar und transparent abbildet.

Dass wir schon lange in post-industriellen und post-massenmedialen Zeiten leben (könnten), soviel weiss die Erfahrung nicht Weniger, welche dies in den letzten drei Jahrzehnten miterleben, mitexperimentieren durften.

Der Zeitgeist aber (ver-)kümmert (sich) gerade an/um sehr komplexitätsreduzierten industriellen Modellen.

Der geneigte Beobachter, die Beobachterin, muss unschlüssig bleiben, ob die Menschheit wirklich an einer Weiterentwicklung der “menschlichen Sphäre” arbeitet oder ob wir uns ernsthaft geeinigt haben, dass die Zukunft des Automobils (“Roboter”) gleichbedeutend mit der Zukunft der Menschheit sei.

Ich persönlich bin überzeugt, dass der #medienwechsel uns alle vor grösste Herausforderungen (va bezüglich der “Eigenverantwortung”) stellen wird und dass die “Flucht” in eine massenmediale Wohlfühlatmosphäre gerade in verwirrenden und bewegenden Zeiten attraktiv erscheint.

Es ist an der Zeit, dies zu ignorieren.

Denn wir können vieles tun und lassen in diesen Zeiten.

Was wir aber nicht tun können: Nicht darüber kommunizieren.

 #dfdu

#dfdu